Hintergrund

Angesichts von Flüchtlingsbewegungen aus Nahost, islamistischen Anschlägen in Europa und einer sich zunehmend polarisierenden Diskussion zum Themenfeld Islam und Muslime sind viele Menschen verunsichert. Der Themenkomplex beschäftigt und emotionalisiert insbesondere auch Jugendliche – was sich Neosalafisten und Akteure aus dem rechten Spektrum gleichermaßen zu Nutze machen. In diesem Spannungsfeld erleben sich Lehrkräfte immer öfter sprachlos – sei es gegenüber ‚religiös‘ argumentierenden Jugendlichen, sei es angesichts rassistischer Äußerungen.

 

Der Salafismus ist dabei aktuell die am schnellsten wachsende demokratie- und menschenfeindliche Bewegung, die ein hohes Attraktivitätspotential insbesondere für Jugendliche hat und in erheblichen Maße als ‚Durchlauferhitzer‘ in der Radikalisierung junger Menschen fungiert. Auch in Heidelberg gibt es wiederkehrende Anlässe, die pädagogische Praktiker vor die Herausforderung stellen, sich zum Themenfeld Islam – Terrorismus – Zuwanderung – Islamfeindlichkeit zu positionieren.

 

Zugleich stellt das Aktualitätsgebot pädagogischer Arbeit sowie die Anlage des Bildungsplans 2016 auf vernetztes Lernen insbesondere in den Feldern Demokratieerziehung, Friedensbildung und kulturelle Bildung hier hohe Anforderungen an Lehrkräfte aller Fächer – und somit auch über die Beschäftigung mit politischem Extremismus im Rahmen des Gemeinschaftskundeunterrichts hinaus. In diesem Sinne sieht der neue Bildungsplan ‚Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt‘ als Leitperspektive im Sinne der Befähigung zum diskriminierungsfreiem Umgang mit Vielfalt vor.

 

Was aber bedeutet das konkret für den pädagogischen Alltag an Schulen? Quwwa möchte als kommunales Präventionskonzept Heidelberger Schulen bei der Beantwortung dieser Frage Unterstützung leisten.